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400.000 Erwerblose lassen grüßen

Meinung Anne Rieger über den Zwölf-Stunden-Tag

36.000 Menschen mehr als 2013 suchen Erwerbsarbeit. Industriellen-Generalsekretär Christoph Neumayer sowie den WKO-Präsident Christoph Leitl kümmert das wenig. Sie drängen die Regierung den Arbeitstag auf zwölf Stunden zu verlängern. Willig folgt der neoliberale Kanzler Faymann mit seinen Mannen Hundstorfer und Mitterlehner. Erst vor einem Jahr kam der letzte Vorstoß von Neumayer: „Insbesondere die gesetzliche Tageshöchstarbeitszeit von zehn Stunden ist nicht praktikabel". Bei Leitl wird nicht nur geredet, sondern gehandelt: Das Familienunternehmen Bauhütte Leitl-Werke musste wegen eines Verstoßes gegen den Kollektivvertrag eine Nachzahlung leisten. Die Beschäftigten arbeiteten in Schichten von elf Stunden, laut KV sind täglich nur neun Stunden erlaubt.

Zwölf Stunden pro Tag, zehn Stunden für Lehrlinge hält Leitl für den „richtigen Schritt“. Behübscht wird die neueste Arbeitszeitkonterrevolution mit Begriffen wie Gleitzeit, Flexibilisierung und Reisezeit. Unter Reisen stellen wir uns gewöhnlich Urlaub, Erholung oder Besuch bei Freunden vor.

Um was aber geht es hier. Der Monteur hat zehn Stunden gehackelt und muss zusätzlich z.B. eine Stunde zum Arbeitsort und eine Stunde zurückfahren – erschöpft. Wer spricht da von reisen, wenn täglich im Berufsverkehr gestaut wird? Dass es im ersten Schritt nicht alle treffen soll, macht die Sache nicht besser. Hier soll eine gesetzliche Bresche in die Barrikade des Zehn-Stunden-Tages geschossen werden.

Bei 402.000 offiziell registrierten Erwerblosen ist die Verkürzung des Arbeitstages das Gebot der Stunde - bei vollem Lohn- und Personalausgleich – andernfalls schreiten Burnout und andere Psychische Erkrankungen weiter voran.

Anne Rieger ist Stellv. Vorsitzende des GLB-Steiermark