GLB
Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB)

Agnes Primocic (1905-2007)

Geschichte Im Bild Agnes Primocic bei der Einweihung des Antifaschistischen Mahnmals in Salzburg 2002

Sie war Gewerkschafterin und Betriebsrätin, Kommunistin und Widerstandskämpferin, Aufklärerin und Mahnerin. Agnes Primocic’s Leben (30.1.1905-14.4.2007) war ein durch und durch politisches. Ab den 1920er Jahren arbeitete sie in der Halleiner Zigarren- und Tabakfabrik, als Betriebsrätin der „Tschickweiber“ kämpfte sie gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen, bewirkte Solidarität unter Arbeiterinnen und Arbeitern. Vielen Frauen verhalf sie durch Aufklärung zu gestärktem Selbstbewusstsein.

Als überzeugte Gewerkschafterin und Kommunistin beteiligte sie sich an der Roten Hilfe für in Not geratenen Arbeiterfamilien und für politisch Verfolgte. In der Zeit des Austrofaschismus wurde sie aufgrund ihrer politischen Tätigkeit entlassen und mehrmals verhaftet. Während des Nationalsozialismus trat sie als Widerstandskämpferin hervor, als Fluchthelferin für Verfolgte und als Lebensretterin von 17 Gefangenen des KZ-Außenlagers in Hallein.

Nach 1945 engagierte sich Agnes Primocic als KPÖ-Stadträtin für die sozialen Rechte der arbeitenden Bevölkerung. Viele Jahre besuchte sie Schulen, um mit ihrer Lebensgeschichte Mut zum Widerstand zu vermitteln. Politisches Unrecht hat sie bis ans Ende ihres Lebens nicht unwidersprochen gelassen. Agnes Primocic starb 2007 im 103. Lebensjahr in Hallein.

Brigitte Promberger





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