Mitte 2013 verlagerte der IT-Gigant Apple große Teile seiner Produktion zum taiwanesischen Zulieferer Pegatron. Laut Arbeitsrechtsorganisationen geschah dies vor allem aufgrund anhaltender Negativschlagzeilen zu Foxconn, doch die Arbeitsbedingungen bei Pegatron seien auch dort problematisch. Wegen dieser cut-and-run-Strategie nominiert Clean-IT Apple für den „Schandfleck“, eine österreichische Auszeichnung für gesellschaftlich unverantwortlich agierende Unternehmen, vergeben durch das Netzwerk Soziale Verantwortung. 11-Stunden-Schichten an 6-7 Tagen der Woche, SchülerInnen und StudentInnen, die für Hilfsarbeiten herangezogen werden, militärischer Drill am Fließband, unbezahlte Überstunden und zuletzt sieben ungeklärte Todesfälle - diese und andere Skandale haben Partnerorganisationen von Clean-IT in Pegatron-Werken, aufgedeckt und publik gemacht.

Pegatron, ein Unternehmen das in Apple’s Zulieferkette immer schon eine wichtige Rolle spielte, ist nicht der einzige Apple-Zulieferer, der in den letzten Jahren in die Kritik von Menschen– und Arbeitsrechtsorganisationen gekommen ist. „Die Liste von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei asiatischen Apple-Zulieferbetrieben ist lang und reicht von Todes- und Krankheitsfällen durch Gesundheitsgefährdung, Überarbeitung, Selbstmordserien bis zu Ausbeutung und Zwangsarbeit“, kritisiert Andrea Ben Lassoued, Leiterin der Südwind-Kampagne Clean-IT.

Apple spricht sich im firmeneigenen Verhaltenskodex zwar für eine respekt- und würdevolle Behandlung der MitarbeiterInnen aus und hat sich mit dem Beitritt zur Fair Labor Association 2012 zu weiteren arbeits- und sozialrechtlichten Standards verpflichtet. Allerdings: „Mit der Verlagerung von Teilen der Produktion vom chinesischen Zulieferer Foxconn zum billigeren taiwanesischen Unternehmen Pegatron, das wie Foxconn für Arbeitsrechtsverletzungen bekannt ist, macht sich Apple in punkto Unternehmensverantwortung extrem unglaubwürdig.

Aus diesem Grund nominieren wir Apple für den Schandfleck des Jahres 2013 und fordern das Unternehmen auf, sich endlich nachhaltig für faire Arbeitsbedingungen einzusetzen - das ist längst überfällig!“, erklärt Ben Lassoued und ruft zur Teilnahme am Voting für den Publikumspreis auf.

Bis zum 18. Februar kann online abgestimmt werden unter: www.schandfleck.or.at
Die Auszeichnungen (Publikums- und Jurypreis) werden am 20. Februar 2014, dem Welttag der sozialen Gerechtigkeit, im Rahmen einer Gala im Off-Theater in Wien verliehen.

Weitere Informationen und Dossiers zu den Nominierungen: ww.schandfleck.or.at
Mehr Informationen zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie: www.clean-it.at