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Der Tourismusverbände närrische Zeit!

Tirol In zwei Tiroler Tourismusverbänden (TVB) geht es gerade heiß her – mit der Wahrheit wird‘s dabei nicht so genau genommen. In Seefeld verschaukelt der TVB Gäste und Einheimische mit einer gefakten Irrfahrt: Die neue Schneeraupe wurde als „geheimer Werbegag“ ins norddeutsche Seefeld verfrachtet, um dann, bei der eigentlichen Ankunft im „richtigen“ Seefeld, bei einer Party die „berühmteste Raupe der Welt“ abfeiern zu können. Etwas tiefer, in Innsbruck, geht es dem dort ansässigen TVB gegen den Strich, dass sich eine Mitarbeiterin zur Errichtung eines Betriebsrates stark gemacht hat. Zwei Tage nach der Kundmachung der Betriebsversammlung erhielt die Initiatorin die Kündigung. Offiziell nicht wegen ihres Engagement zur strukturellen Errichtung einer Mitarbeiter-Mitbestimmungsvertretung, sondern wegen ihres angeblichen Nichtakzeptierens von strukturellen Umstellungen des Betriebes.

Für die Tiroler Arbeiterkammer ein Grund der aus der Luft gegriffen ist, denn äußert unüblich wurden gleich alle Mitarbeiter von der Geschäftsführung über diese Kündigung informiert. Zur Abschreckung vermutet dabei (nicht nur) die Arbeiterkammer.

Ähnliches spielte sich vor nicht all zu langer Zeit in Salzburg ab. Nach einer ersten Initiative zur Gründung eines Betriebsrates, sagte dort ein prominenter „Dosenboss“ gleich all seinen Beschäftigen leise „Servus“. Anders als in Salzburg gewährt die Arbeiterkammer in Tirol der Betroffenen Rechtsschutz.

In Salzburg setzen AK und Gewerkschaft auf den „grünen Verhandlungstisch“. Das „Gipfel“ergebnis, AK und Gewerkschaft nahmen die Entscheidung der Belegschaft (oder war‘s doch eine rot bullige), „inzwischen“ keinen Betriebsrat zu wollen zur Kenntnis und der wohlerlauchte Mateschitz zog gnädigerweise alle Kündigungen zurück. „Alternativen habt es keine gegeben“, meinte damals der Salzburger AK-Präsident Siegfried Pichler.

Zur Vervollständigung: Auch der TVB Seefeld hat für seine „Gaunerkomödie Pistenraupe“ mit Klagen zu rechnen. Die Deutsche Presseagentur (dpa) schließt eine solche für den vermeintlich lustigen Werbegag diesen nicht aus, und auch der PR-Ethik-Rat leitet ein Verfahren gegen den Tourismusverband Seefeld ein.

Josef Stingl