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Die KV-Abzocker

Meinung Anne Rieger über die Wünsche der Pensionskassen

Die Pensionskassen meldeten einen Veranlagungserfolg von 3,3 Prozent per Quartalsende. Das ist dem Fachverband zu wenig. Strategisches Ziel für die nächsten fünf Jahre: Jeder zweite heimische Arbeitnehmer soll über eine Pensionskassen-Vorsorge verfügen. Derzeit haben 23 Prozent der Beschäftigten eine Betriebspension. Pensionskassen-Boss Andreas Zakostelsky, ein ÖVP-Abgeordneter, will dazu Betriebspensionen stärker in den Kollektivverträgen (KV) verankern. Derzeit gibt es in 69 von 859 KV solche Regelungen. Damit wird ein Teil der Lohnerhöhungen nicht ausgezahlt, sondern in die Pensionskasse gespült – und dort nicht selten verzockt. Die Pensionshöhe bei der betrieblichen Vorsorge ist von der Entwicklung an den Kapitalmärkten abhängig. In den USA hat dadurch eine ganze Generation ihre Altersvorsorge verloren.

Vorbild ist die Schweiz, wo ein Drei-Säulen-Modell mit staatlicher, betrieblicher und privater Vorsorge für die Lebensverhältnisse im Alter üblich ist. Dabei soll die Betriebspension zusammen mit der staatlichen Vorsorge rund 60 Prozent des letzten Lohnes erreichen. In Deutschland hingegen sind private und betriebliche Vorsorge nicht mehr bloße Ergänzung, sondern bereits ein Teilersatz der gesetzlichen Umlagefinanzierung. Damit wird die paritätische Finanzierung immer weiter aufgelöst.

Damit die Möglichkeit auch Geringverdienern offensteht, fordern die Pensionskassen steuerliche Anreize für solche Betriebspensionen. Aber Steuergelder sind in der gesetzlichen solidarischen umlagefinanzierten Pension im Interesse der Beschäftigten weit besser gegen Altersarmut angelegt als für die Geschäfte der Pensionskassen. Und KV-Erhöhungen werden dringend für den aktuellen Lebensstandard gebraucht.

Anne Rieger ist Vorstandsmitglied des GLB-Steiermark