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Einheitlicher Kollektivvertrag ist nicht mehr einheitlich

PRO-GE „Nun ist ein Fachverband, nämlich Bergbau und Stahl, aus der Kollektivgemeinschaft der sechs Metaller Fachverbände ausgeschert“, kommentiert Peter Scherz, ehemaliger Arbeiterkammerrat des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB) das gestrige Kollektivvertragsergebnis von Bergbau und Stahl. Zwar sei bei Lohn und Gehalt das gleiche Ergebnis vereinbart worden. Bei der Arbeitszeit aber wurde mit dem Abschuss erstmals für die Branche vereinbart, dass auf Betriebsebenen die Kollektivvertragserhöhung in Freizeit umgewandelt werden kann. „Das ist Arbeitszeitverkürzung, die wir selber bezahlen.“

Das sei doppelter Betrug an den Beschäftigten. Erstens gebe es mit diesem Abschluss im Metallbereich nicht mehr den einheitlichen Kollektivvertrag. „Die Abspaltung des ersten Verbandes ist damit erfolgt“, so Scherz. Zweitens gehe die richtige Erkenntnis, dass die Beschäftigten eine Verkürzung der Arbeitszeit wollen und wünschen, in seiner Umsetzung „in die absolut falsche Richtung. Das ist ein komplett neues Fahrwasser“, bemängelt er.

„Wir brauchen kürzere Arbeitszeit bei dem Stress im Betrieb, aber wir brauchen auch mehr Geld.“ Mehr Zeit aber weniger Geld um es in ihr auszugeben „das spießt sich“, betont der ehemalige Betriebsrat im Magna-Werk, der weiß, wie knapp das Geld bei seinen Kollegen und Kolleginnen ist. „Wir brauchen Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich“, ist Scherz überzeugt.