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Ende der Märchenstunde: Geld her!

Meinung Von Werner Beier

Ein Einkaufskorb mit Lebensmitteln ist im Jahresvergleich um acht Prozent teurer geworden (Preismonitor der Arbeiterkammer). Das wird wohl jenen herzlich egal sein, die auf Spesen fressen und champagnisieren und nebenbei die Saga der moderaten zwei- bis dreiprozentigen Steigerung des VPI (Verbraucherpreisindex) zum Besten geben. Dabei werden Grundlagen bemüht, wie beispielsweise der ach so tolle Warenkorb der Statistik Austria. Hier wird eine Auswahl von Waren und Dienstleistungen herangezogen, gewichtet und in ihrer Preisentwicklung beobachtet. Gerade diese „Gewichtung“ – also das Gewicht welches die einzelne Position im Warenkorb angeblich für die Lebensführung der Menschen hat – ermöglicht ein weites Feld der Manipulationen die dann vom VPI reflektiert werden.

Vereinfacht ausgedrückt: Flachbildfernseher, Fernreisen, Computerspiele, Solarium und Rubbellose verwässern und frisieren die Preise für das Notwendige. Absolut unglaubwürdige Positionen nimmt bei dieser Entwicklung die Politik im Vorfeld der NR-Wahlen ein. Jahrelang unberührte politische Stellhebel werden auch weiterhin kaum berührt werden. Oder wo bleiben abseits der Sonntagsreden endlich die realen Maßnahmen gegen explodierende Mieten und Gebühren? Wir erleben täglich das Gegenteil, meine Damen und Herren!

Besonders entlarvend und unappetitlich wird es, wenn wir den Reallohnverlust von ArbeiterInnen in den letzten zehn Jahren betrachten. Dieser beträgt laut Rechnungshofbericht bis zu unglaublichen 23 Prozent - natürlich mit den offiziellen Daten zur Preisentwicklung als Grundlage. Die echte, die erlebte Inflation spricht eine noch wesentlich grausamere Sprache: Österreichs ArbeiterInnen verarmen bis zur Verelendung!

Angesichts dieser Verhältnisse wirken lohnverhandelnde GewerkschafterInnen immer etwas surreal und wie „nicht von dieser Welt“. Nach „mit sozialpartnerschaftlichen Augenmaß“ erfolgtem Abschluss immer die gleichen Sprechblasen, immer das gleiche Grinsen und das gleiche Schulterklopfen. Die paar Brösel vom Kuchen werden dann als Erfolg gefeiert, aber Erfolge sehen anders aus. Die Zeit und die Entwicklungen erfordern einen wesentlich aggressiveren ÖGB!

Werner Beier ist Stv. Bundesvorsitzender des GLB