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Feuer am Dach

Meinung Nikolaus Lackner über rechte Demagogie

Anfang Jänner gab die AK-Wien bekannt eine Beratungsstelle für illegal Beschäftigte einzurichten. Obwohl sich dieses Angebot an alle KollegInnen richtet, die falsch oder gar nicht angemeldet ihrer Arbeit nachgehen, begann sofort eine mediale Verengung des Personenkreises auf Menschen aus Nicht-EU-Ländern. Wie so oft war die „Kronenzeitung“ die Speerspitze im Kampf gegen das Böse. Allerdings: Die Bösen waren plötzlich nicht mehr jene Arbeitgeber die Abgaben und Steuern hinterziehen und Menschen in Abhängigkeitsverhältnissen ausbeuten. Da rückt sofort die Lobby der Unternehmer aus, um das profitable Geschäftsmodell zu schützen und Täter – Opfer Umkehr zu betreiben.

So begann die FPÖ aus allen medialen Rohren zu feuern: „Dieses Vorhaben ist eine glatte Verhöhnung aller österreichischen Arbeitnehmer(innen)“ und „AK-Beratungsstelle für illegale Arbeiter lässt auf starken Alkoholmissbrauch in ÖGB und AK schließen“. Da fühlte sich plötzlich auch der ÖAAB/FCG ebenfalls zu einer Wortspende bemüßigt und sekundierte: „Was die Arbeitnehmer in Wien noch brauchen ist ein
Hilfspaket für die Wiener Wirtschaft...“

Wir fassen also zusammen: Wenn die AK und der ÖGB eine Beratungsstelle für illegal beschäftigte ArbeitnehmerInnen einrichten, ist Feuer am Dach. Denn das zeigt klar auf, dass es in unserer Arbeitswelt eine nicht geringe Anzahl von verantwortungslosen und unsolidarischen UnternehmerInnen gibt, deren Geschäftsmodelle fix mit unterbezahlten Arbeitskräften kalkulieren.

Zur Verteidigung dieser Profitinteressen stehen jedoch sofort schwarze und blaue GewerkschafterInnen bereit. Das ist eine Perversion des gewerkschaftlichen Grundgedankens und ein Symptom der neoliberalen Hegemonie.

Nikolaus Lackner ist Koch und lebt in Krems