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GLB: Probleme bei der ärztlichen Grundversorgung sind systembedingt!

News Kaum im Amt und die neue Gesundheits- und Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ ) ist mit den ersten Drohgebärden der Ärztekammer konfrontiert. Diese macht gegen die geplanten Primärversorgungszentren, in denen mehrere Ärzt_innen und Therapeut_innen unter einem Dach zusammenarbeiten sollen, mobil. Während sich die Ministerin dadurch eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung erwartet, behauptet die Ärzteschaft genau das Gegenteil. "Das Problem liegt im herrschenden Gesundheitssystem", vermutet der Bundesvorsitzende des Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB), Josef Stingl, "denn in Österreich sind die Kassenvertragsärzt_innen gleichzeitig selbstständige Unternehmer_innen. Jede rechtliche Veränderung wird daher von ihrer Standesvertretung sofort als ökonomischer Angriff auf ihr Klientel wahrgenommen und mit oft hanebüchenen Argumenten abgelehnt!"

Eine zweite Front im Gesundheitswesen hat die neue Ministerin gegen die langen Behandlungstermin-Wartezeiten für Kassenpatient_innen eröffnet. GLB-Vorsitzender Stingl sieht dabei eine - von der Politik verordnete - "systembedingte Zwei-Klassen-Medizin": "durch die quartalsweise Deckelung der Kassenvertragsbehandlungen schieben die Ärzt_innen die Behandlungstermine ins nächste oder oft gar übernächste Quartal, um die Behandlung auch von der Kasse honoriert zu bekommen. Private Zusatzversicherungen zahlen unabhängig von der Anzahl der Behandlungen, Privatpatient_innen kommen daher weitaus früher zu einem Termin!"

Um beider Dinge Herr zu werden, empfiehlt der Linksgewerkschafter einen Blick nach Finnland. Dort sind die Kassenärzt_innen keine selbstständigen Unternehmer_innen, sondern von der Krankenkasse angestellt. "Kasseneigene Primärversorgungszentren werden so selbstverständlich und die Deckelung der Behandlungsanzahl illusorisch", meint Stingl abschließend.