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Gleicher Lohn in weiter Ferne

Steiermark Claudia Klimt-Weithaler zum Equal Pay Day 2015

Am 7. Oktober 2015 war „Equal Pay Day“ in der Steiermark, in Österreich am 11. Oktober. Männer haben an diesem Tag bereits jenes Einkommen erreicht, für welches Frauen noch bis zum 31. Dezember 2015 arbeiten müssen. Nach wie vor ist Österreich bei den Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen eines der Schlusslichter in Europa. Negativer Rekordhalter ist Österreich auch bei den Reallöhnen, die seit der Euro-Einführung in keinem anderen Land so stark gesunken sind, sowie bei den Kosten für Mieten und Betriebskosten. Bei den unbezahlten Tätigkeiten, etwa in Haushalt und Familie, tragen Frauen eine ungleich höhere Last als Männer. Auch von vielen Belastungen durch die Landespolitik (automatische Gebührenerhöhungen, ÖV-Fahrpreise, Kindergartengebühren, Kürzung der Mindestsicherung und Wohnbeihilfe) sind Frauen in einem besonderen Ausmaß betroffen.

Mehr als 300.000 geringfügig Beschäftigte gibt es mittlerweile in Österreich, 66 Prozent davon sind laut einer Studie des Sozialministeriums Frauen. Gerade „typische Frauenberufe“ sind in der Regel schlecht bezahlt. Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ist eine dringend gebotene Maßnahme gegen Lohndumping und Armut.

Was wir brauchen, sind Löhne, von denen die Beschäftigten leben können. Bei den Fraueneinkommen gibt es einen besonders hohen Nachholbedarf. Weil es noch immer keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt, rutschen immer mehr Menschen trotz Beschäftigung in die Armut. Besonders häufig sind davon Frauen betroffen. Und für gleichwertige Arbeit müssen Frauen endlich gleich viel bekommen wie Männer – davon sind wir leider noch meilenweit entfernt.

Claudia Klimt-Weithaler ist Landtagsabgeordnete der KPÖ in der Steiermark