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IT-Probleme bei UniCredit: Nur die Spitze des Eisbergs?

Wien Während sich der Vorstand der Bank Austria bei den Kunden erneut um Schadensbegrenzung bemüht, rumort es im IT-Bereich des Konzerns heftig.

Ein EDV-Rechenzentrum in Wien ist in den italienischen Plänen schon lange nicht mehr vorgesehen. Vieles wurde in der Vergangenheit bereits ins Ausland verlagert - bevorzugt nach München und Italien. Mit der IT-Austria wurde vor mehr als drei Jahren das größte Rechenzentrum Österreichs zerschlagen. EDV-Tätigkeiten werden nun in München erledigt, was den Standort Wien bereits hart getroffen hat. Jobs wackeln – weitere Auslagerungen fix

Die technische Leitstelle für die Betreuung der Filialen soll demnächst von Österreich nach Ungarn verlagert werden, obwohl diese erster Ansprechpartner für die geplagten Vertriebsmitarbeiter an der Kundenfront ist. Kritische Mitarbeiter und Belegschaftsvertreter, die auf die produktionsgefährdende Personalsituation und Entwicklung aufmerksam machen, wurden in der UniCredit zuletzt sogar in andere Unternehmensbereiche versetzt. Das bestätigen auch zahlreiche Postings im bankinternen Forum des Betriebsrates, wo sich der Unmut der Kundenberater über die hausinterne EDV nur so staut.

Zu viele Schnittstellen, kein internes Personal?

Während Raiffeisen Informatik zuletzt direkte, starke Einschnitte („Frühwarnsystem“) angekündigt hat, setzt die UniCredit zur Rettung ihrer angeschlagenen Reputation bei den Kunden vermehrt auf die „elegante Entsorgung“ von Personal durch Auslagerungen. Die traditionell große UniCredit-EDV ist mittlerweile stark zersplittert: Zuletzt wurden wieder Aufgaben an die neue Firma „Value Transformation Services“ (VTS) ausgelagert, die im Eigentum der italienischen IBM und zum kleineren Teil der italienischen UniCredit Holding steht. Schon 2010 gab es mit der Gründung der „Blue IT“ ein erstes, strategisches Joint Venture mit der IBM. Selbst die PC-Arbeitsplätze der Mitarbeiter sollen spätestens im Jahr 2015 von München aus administriert werden. Der österreichische Einfluss auf die Lösungsfindung verschwindet damit.

Weltspartag: ItalienerInnen streiken, ÖsterreicherInnen ruhig

Die zunehmende Abhängigkeit von Italien wirkt sich auf die Kunden der Bank Austria aus: So sind auch zunehmend mehr E-Mail Server in Deutschland angesiedelt, die zuletzt sogar nochmals von München nach Verona verlagert wurden. Am 31. Oktober, dem Weltspartag, traten die italienischen Bankangestellten in den Ausstand. Grund: Ihr Kollektivvertrag wurde vom Verband Associazione Bancaria Italiana (ABI) gekündigt. Noch mehr Unzufriedenheit ist also garantiert. Insider berichten, dass ohne italienische Entscheidungen in der EDV gar nichts mehr geht.