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Linz: 2.200 protestierten für Sozial-KV

OÖ Ein kräftiges Zeichen des Protestes setzten die Bediensteten oberösterreichischer Sozialvereine am 30. Jänner 2013 zu den am 24. Jänner unterbrochenen KV-Verhandlungen. Dazu aufgerufen hatten die Gewerkschaften GPA-djp und vida. Rund 2.200 Beschäftigte kamen zu einer Protestkundgebung unter dem Motto „Soziale Arbeit ist mehr wert!“ auf den Pfarrplatz um, wie es GPA-Regionalgeschäftsführer Andreas Stangl in seiner Abschlussrede formulierte, gegen die Scheinheiligkeit von Dienstgebern und Politik zu demonstrieren. Der GLB erklärte in vor Beginn der Kundgebung verteilten Flugblättern seine Solidarität mit dem Kampf um einen angemessenen KV-Abschluss.

Moderiert von Reinhard Gratzer (GPA) sprachen bei der Auftaktkundgebung BetriebsrätInnen zum Stand der KV-Verhandlungen, die für drei Bereiche gemeinsam geführt werde, mit zeitgleichen Kundgebungen in Wien, Linz, Graz, Sankt Pölten und Klagenfurt aber gegen die Blockade der Dienstgeber und deren „Angebot“ von 2,4 Prozent, mit dem nicht einmal die aktuelle Inflation von 2,58 Prozent abgedeckt würde.

Als erste Rednerin berichtete Heike Fischer (BRV Zentrum Spattstraße, GLB) über die KV-Verhandlungen der Diakonie. Ihr folgte Betriebsrätin Judith Zehetmair für die Caritas und Kurt Weilguny (BRV Institut Hartheim) für den KV-Bereich Sozialwirtschaft (früher BAGS). ÖGB-Landeschef und AK-Präsident Johann Kalliauer wies in seiner Rede auf den allgemeinen Stellenwert und die Bedeutung der Sozialarbeit hin.

Anschließend bewegte sich ein langer Demonstrationszug vom Pfarrplatz durch die Rathausgasse über den Hauptplatz, die Hofgasse und die Klosterstraße und den Graben wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Bei der Abschlusskundgebung sprach als erster Thomas Erlach (BRV EXIT-sozial, GLB) über die Bedeutung der Sozialarbeit. Beatrix Soder (BRV FAB) wies auf das Lohndumping mit der Einführung des BAGS-KV hin. Martha Fleschurz (BRV Volkshilfe) betonte den Anspruch der Beschäftigten auf eine Gehaltserhöhung ohne Reallohnverlust.

GPA-Regionalgeschäftsführer Andreas Stangl kritisierte scharf die Caritas-Geschäftsführung, die den Beschäftigten in ihren Kindergärten nicht einmal den Mindestlohn zahlt und dabei rechtliche Deckung durch das Konkordat sucht. Ebenso kritisierte er das dafür zuständige Land, weil die Tagesmütter mit einem Stundenlohn von mageren 2,90 Euro abgespeist werden.

Einen Sonderapplaus gab es für die KV-VerhandlerInnen, die sich Jahr für Jahr in mühsamen Verhandlungen einen vertretbaren KV-Abschluss einsetzen.