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Tag der Armut: GLB verlangt steuerliche Umverteilung nach unten

News 1992 wurde von der UNO der 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut ausgerufen. Nicht unbegründet, etwa 852 Millionen Menschen hungern weltweit, davon 815 Millionen in den Entwicklungsländern. „Aber auch die sogenannte „Reiche Welt“ ist nicht von Armut gefeit: 700.000 Menschen können sich in Österreich keine neuen Kleider kaufen, 300.000 haben zu wenig Geld um ihre Wohnung durchgehend zu heizen! Oder, jedeR Achte in Tirol ist von Armut betroffen bzw. gefährdet unter die Armutsschwelle zu fallen, rund ein Drittel davon ist trotz Arbeit arm“, mahnt Josef Stingl, Bundesvorsitzender des Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB) im ÖGB.

Eigentlich sollte man meinen, dass es zumindest heute am Tag der Armut zu einem kräftigen Aufschrei kommt. Nein, er wird still und leise begangen. „Nicht verwunderlich, die Armen haben nichts zu feiern und schämen sich oft noch ihrer Armut und die Reichen wettern gegen jeglichen Steuerausgleich, der sich aus ihren Vermögen errechnet“, so Stingl. Er zitiert dazu Johann Nepomuk Nestroy: „Über die Armut braucht man sich nicht zu schämen, es gibt weit mehr Leut' die sich über ihren Reichtum schämen sollten.“

Der GLB verlangt daher „Löhne entlasten, Reichtum besteuern!“ Unter anderem mit der Entlastung unterer und mittlerer Lohnsteuergruppen durch niedrigere Eingangssteuersätze, der Wiedereinführung einer Vermögenssteuer und der Befreiung von Mieten, Betriebskosten, Energie, Medikamente und kommunalen Tarifen von der Mehrwertsteuer.

„Armut ist ohne Zweifel das Schrecklichste. Mir dürft' einer zehn Millionen herlegen und sagen, ich soll arm sein dafür, ich nehmet's nicht“, ist ebenfalls ein Zitat Nestroys. „Ich ergänze es mit 'Her mit den Millionen zur Bekämpfung der Armut'“, meint Stingl abschließend.