GLB
Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB)

Unternehmer wollten möglichst geringe Lohnerhöhung

PRO-GEDer sechste Abschluss der Verhandlungen in der Metallindustrie sei bezeichnend. Problemlos sei er mit dem gleichen Ergebnis wie die vorherigen fünf Abschlüsse über die Bühne gegangen.

"Das hat den Beweis erbracht, dass es den Unternehmern in Wirklichkeit nur um eine möglichst geringe Lohnerhöhung gegangen ist", zieht Peter Scherz, GLB- Mitglied im Verhandlungskomitee der Pro-Ge, das Fazit. Er hatte gegen den Abschluss von 3,4 Prozent gestimmt.

Das Ablenkungsmanöver der Wirtschaft mit der Aufteilung in sechs Verhandlungsrunden und dem Angriff auf Arbeitszeit und Kollektivertrag sei voll aufgegangen. "Sie haben eine Lohnerhöhung durchgesetzt, die ihnen genehm ist. Für uns ist es viel zu wenig." 3,4 Prozent Erhöhung liege weit unter der Inflationsrate des kleinen Warenkorb für den wöchentlichen Einkaufs. Im August betrug dieser 4,3 Prozent.

"Der einheitliche Abschluss in allen sechs Branchen zeigt, dass wir auch alles auf einmal hätten verhandeln können. Dann wären wir stärker gewesen und hätten von den hohen Gewinnen und der guten Produktivität unseren berechtigten Anteil holen können." Dieses Ergebnis sei auf keinen Fall eine Reallohnsicherung. Und niemand dürfe glauben, "dass wir mit Lohnzurückhaltung auch nur einen einzigen Arbeitsplatz sichern."

Die Automobilindustrie in den traditionellen Industrieländern sei in der Krise, das könne man jeden Tag in der Zeitung lesen, weil der Absatz zurückgeht, nicht weil etwa die Löhne zu hoch seien. "Im Gegenteil", so Scherz, "höhere Einkommen stärken die Kaufkraft. Und somit würde ein höherer Abschluss etwas zur Sicherung unserer Arbeitsplätze beitragen."

Auch die Flexibilisierung und Verlängerung Arbeitszeit sei mit dem Abschluss leider nicht vom Tisch der Unternehmer. In allen Abschlüssen seien so genannte "Expertengruppen" vereinbart worden, die so genannte "intelligente Lösungen" zur Flexibilisierung der Arbeitszeit erarbeiten sollen. "Was heißt denn intelligent im Interesse der Unternehmer?

Wir sollen länger arbeiten, möglichst ohne dass es uns bewusst wird. Wir werden sehr wachsam sein müssen, dass uns die Arbeitszeit nicht durch die Hintertür - während der Laufzeit eines Kollektivvertrages - verlängert wird."

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