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Unternehmerforderungen bringen keinen einzigen Arbeitsplatz

PRO-GE Von Verhandlungsrunde zu Verhandlungsrunde bei den Metallern verstärkt sich das Bild: Die Unternehmerseite will entscheidende Verschlechterungen der Position von Arbeitern und Angestellten durchsetzen und stützt sich dabei auf Rückendeckung durch die EU. Peter Scherz, GLB Mitglied in der Verhandlungskommission von PRO-GE ist erbittert: "12 Stunden pro Tag, 56 Stunden pro Woche verlangen die Industriellen in den Kollektivverhandlungen der Metallindustrie. Das wäre ein voller Rückschritt im Kollektivvertrag auf das Gesetz, das Bartenstein und Co. uns vor einigen Jahren beschert hat."

Das ist aber nur ein Teil des Lohn- und Gehaltskürzungspakets, das die Unternehmerseite auf den Tisch gelegt hat. Jüngere Beschäftigte sollen länger arbeiten, dazu mit jahrelangen Durchrechnungszeiträumen und ohne Überstundenzuschläge. Der Unternehmerverband nennt das ein "Beschäftigungspaket". "Dieses Paket bringt in Wirklichkeit keinen einzigen Arbeitsplatz mehr", erklärt Scherz und empört sich: "Wir sind doch keine Trottel."

Die Industrie, besonders die Automobilindustrie verkündet seit Wochen "schrumpfende Auftragseingänge". Und nun verlangt sie längere Arbeitszeiten. "Wie passt das zusammen? Das ist ein Paket zur Vernichtung von Arbeitsplätzen, kein Beschäftigungspaket", legt Scherz die wahren Ziele der Unternehmer offen.

In der Gewerkschaft glaubt mancher noch immer an die Ehrlichkeit der "Sozialpartner". "Aber was sind das für Partner", so Scherz, "die die Älteren in den Betrieben zu Teilzeitbeschäftigten machen und ihnen Lohn- und Gehaltskürzungen zumuten? Hat schon jemand an die Folgen für die Pension gedacht, die sich daraus ergeben würden?"

"Wir müssen kämpfen, in den Betrieben und in der Gesellschaft. Wenn wir das nicht tun, werden wir überrollt. Denn hier droht ein Rückschritt ins 19. Jahrhundert, der alle Menschen in Österreich treffen soll. Die von der Gewerkschaft geforderten Betriebsversammlungen und Betriebsrätekonferenzen sind ein erster richtiger und wichtiger Schritt, allein dabei kann es nicht bleiben", so Scherz.

Im Übrigen bleibt es dabei: "Wir fordern 5 Prozent höhere Löhne ab dem 1. November 2012 und unseren einheitlichen gemeinsamen Kollektivvertrag", erinnert er noch einmal an die Forderung der Gewerkschaften.