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Wir haben uns eine faire Einkommenserhöhung hart erarbeitet!

OÖ Rede von Heike Fischer (GLB), BRV Zentrum Spattstraße Linz, bei der Kundgebung von GPA-djp und vida für den Sozial-KV am 30.1.2013 in Linz.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, stellvertretend für die ca. 1500 oberösterreichischen Angestellten der Diakonie Österreich möchte ich euch herzlich grüßen. Nachdem es gelungen ist im Rahmenrecht für die Diakonie ein paar Verbesserungen auszuverhandeln, zum Beispiel die Pflegekarenz und leichte Verbesserungen bei KollegInnen im alten Abfertigungssystem, ohne dafür Ruhezeiten verkürzen oder Durchrechnungszeiträume verlängern zu müssen, schockiert und frustriert mich das Verhalten auf Arbeitgeberseite in der Globalrunde.

Sie begründen einen niedrigen Gehaltsabschluss unter der Inflationsrate damit, dass nur so das Vertrauen der öffentlichen Hand in die Sozial- und Pflegeeinrichtungen wachsen würde und wir alle damit einen Beitrag zur Sanierung der Landesfinanzen leisten würden. Sie vergessen völlig darauf, dass wir Dank aufgezwungener Normkostenmodelle bereits jetzt weit billiger Leistungen erbringen, als es die Ländereinrichtungen jemals tun würden.

Statt sich mit den verantwortlichen Politikern und Fördergebern anzulegen, setzen die Arbeitgeber auf Arbeitsdruck, immer mehr Flexibilität und Auspressen der Beschäftigten. Und sie setzen auf Konkurrenz untereinander, das funktioniert! Es ist unverschämt, wie wenig wert ihnen die soziale Arbeit wirklich ist. Und es ist unverschämt, wie wenig wert ihnen die Beschäftigten sind!

Egal, ob Sozialwirtschaft, Caritas oder Diakonie – wir Angestellten leisten eine äußerst anspruchsvolle Arbeit für die Gesellschaft. Uns sind Menschen anvertraut, die für die Bewältigung ihres Lebens Unterstützung brauchen. Aber wir dürfen nicht selbst dabei auf der Strecke bleiben, in dem uns die Kaufkraft verloren geht und wir um `nen Appl und `n Ei schuften, nur damit die Arbeitgeber sich vor den Fördergebern als superklasse und vertrauenswürdig hinstellen können. Dafür habe ich kein Verständnis!

Ständig wird von Bund und Ländern betont, dass der Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich Zukunftsbranchen seien. Aber es ist doch ein Hohn, wenn durch dieselben PolitikerInnen der Sozialbereich durch Belastungspakete und Sparprogramme finanziell ausgehungert wird. Wenn weder beim Einkommen noch bei den Arbeitsbedingungen ihren Beteuerungen Rechnung getragen wird. Wenn es ihnen egal ist, dass die Einkommen in diesen Bereichen um 17 Prozent unter dem branchenübergreifenden Durchschnittseinkommen liegt. Wir sind keine Menschen zweiter Klasse! Wir haben uns eine faire Einkommenserhöhung hart erarbeitet!

Und wir wollen, dass die Arbeitgeber durch faire Lohn- und Gehaltsabschlüsse auch hinter ihren Beschäftigten stehen! Das können sie am 4. Februar beweisen.