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Kommunistische Gewerkschafts-, Arbeiterkammer- und Betriebsrätepolitik in der Zweiten Republik

Geschichte Von a.Univ-Prof. Dr. Hans Hautmann, Historiker (Wien)

Gewerkschaften, Arbeiterkammern und Betriebsräte sind Organisationen, die aus dem Kampf der arbeitenden Menschen für ihre elementaren wirtschaftlichen und sozialen Interessen hervorgegangen sind und deren Vorhandensein so lange eine Notwendigkeit bleiben wird, so lange es den Kapitalismus gibt. Entstanden die Gewerkschaften bei uns bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts, so waren die Arbeiterkammern und Betriebsräte Errungenschaften der österreichischen Revolution von 1918/19.

Buchtipp: Schreib! Arbeiter!

Geschichte Die Literatur der Arbeitswelt war in ab den 1960er Jahren eine breite Bewegung, die nicht nur viele SchriftstellerInnen zur Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt bewegte, sondern auch einfache ArbeiterInnen oder Angestellte bewog selbst zur Feder zu greifen.

Einer von ihnen war der steirische Arbeiter Erich Zwirner (1928-2003), der sich 1978 am Literaturwettbewerb „Geschichten aus der Arbeitswelt“ der steirischen Arbeiterkammer beteiligte und in den folgenden Jahren mit einer Reihe von Geschichten seine Erfahrungen zu Papier brachte und dafür mit weiteren Preisen ausgezeichnet wurde. Die Werkstatt Wien des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt würdigte Zwirner 2011 mit einer Broschüre in der (auszugsweise) seine wichtigsten Arbeiten dokumentiert werden. Besonders eindrucksvoll die Kurzgeschichte „Tod in der Nacht“.

Aktueller denn je

Geschichte Fast ein Jahrzehnt ist es schon her, als das Sozialstaatsvolksbegehren die politische Diskussion bewegte. Die Anliegen dieses Volksbegehrens sind freilich aktueller denn je.

In der Eintragungswoche vom 3. bis 10. April 2002 unterstützten 678.690 Menschen, das waren immerhin 11,55 Prozent der Wahlberechtigten, das Sozialstaatsvolksbegehren, womit dieses Volksbegehren auf Rang 7 aller bisher stattgefundenen Volksbegehrens rangiert. Verlangt wurde dabei dem Artikel 1 der österreichischen Bundesverfassung folgenden Absatz hinzuzufügen:

Mythos Putsch

Geschichte Von Manfred Mugrauer

Zum 60. Jahrestag des Oktoberstreiks fand im ÖGB-Haus eine gemeinsame Diskussionsveranstaltung der AK Wien, des Verbandes österreichischer gewerkschaftlicher Bildung (VÖGB) und der Alfred Klahr Gesellschaft statt.

Die große Streikbewegung vom September und Oktober 1950 wurde bis in die jüngere Vergangenheit herauf zum versuchten Staatsstreich, zum kommunistischen Putsch umgedeutet.

Langer Atem und kämpferische Ungeduld

Geschichte Irma Schwager ist am 31. Mai 90 Jahre alt geworden. In der Roten Bar des Volkstheaters in Wien organisierten die Frauen der KPÖ und des Bundes Demokratischer Frauen (BDF) eine eindrucksvolle Feier, zu der zahlreiche GratulantInnen, viele BegleiterInnen aus einem bewegten, breitgestreuten politischen Leben und natürlich die Familie kamen.

Mit beeindruckenden kulturellen Darbietungen (Chor Gegenstimmen, Margarethe Deppe, Reinhart Sellner, Eva Dité, Heino Fischer, Linde Prelog, Enkelsohn Robert Rotifer) und in den Redebeiträgen (Melina Klaus, Hedwig Gründler, Ernst Schwager, Birge Krondorfer, Bärbel Danneberg) wurde Irma Schwager geehrt und Dank ausgesprochen für ihren unermüdlichen Einsatz im Interessen der Frauen, für Frieden und ihr antifaschistisches Engagement.

Streik oder Putschversuch? Zu den Ereignissen im Herbst 1950

Geschichte Von Hans Hautmann

Der Streik, der vor sechzig Jahren, im September und Oktober 1950, stattfand, war der größte Streik der österreichischen Nachkriegszeit und eine der bedeutendsten Kampfaktionen in der Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung überhaupt.

Wir Historiker sind ständig mit dem Phänomen konfrontiert, dass sich Geschichtslegenden entgegen allen historischen Tatsachen zählebig behaupten. Das öffentliche Bewusstsein über ein historisches Ereignis ist oft wesentlich geschichtsmächtiger als das Ereignis selbst.

Wer war Gottlieb Fiala?

Geschichte Auf dem bekannten Bild, auf man die Teilnehmer an der Begründung des ÖGB vom 13. April 1945 sieht - Lois Weinberger (ÖVP), Johann Böhm (SPÖ) und Gottlieb Fiala (KPÖ) von links nach rechts - erkennt man eigentlich nur drei ausgemergelte Gestalten. Einer der drei ist Gottlieb Fiala, der für die kommunistischen GewerkschafterInnen die Gründungsurkunde unterzeichnete und als Vizepräsident des überparteilichen neuen Gewerkschaftsbundes fungierte.

Das Kinderhaus der Glanzstoffwerke

Geschichte Von Roman Gutsch

Am 18. Jänner 2010 jährt sich der Tod von Margarete Schütte-Lihotzky zum zehnten Mal. Sie verstarb nur wenige Tage vor ihrem 103. Geburtstag.

1897 in Wien geboren war Architektin Margarethe Schütte-Lihotzky die erste Frau, die an der Wiener Kunstgewerbeschule (heute Universität für Angewandte Kunst) studierte. 1917 gewann sie den ersten Preis in einem Wettbewerb für die beste Lösung „Eine Wohnküche in der äußeren Vorstadt“. Bereits mit zwanzig Jahren hatte sie also ihren Weg gefunden: soziale Bedürfnisse und Architektur zusammenzubringen.