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Buchtipp: Adele Stürzl. Eine Annäherung

Geschichte Rosmarie Thüminger: Mit offenen Augen. Hardcover mit Schutzumschlag 14 x 22 cm 214 Seiten, mit Anhang zum historischen Hintergrund, ISBN 978-3-900888-46-6 Euro 22,50. Zu bestellen unter tirol@kpoe.at

Die Tiroler Autorin Rosmarie Thüminger, selbst engagierte Kommunistin, würdigt in ihren neuesten Buch eine mutige Frau, Adele Stürzl, die im Widerstand ihr Leben verlor. Eine respektvolle Annäherung an ihre Beweggründe, ihre Hoffnung und Überzeugung, die ihr mutiges Handeln leiteten, eingebettet in das geschichtliche Umfeld, mit der lebendigen Schilderung der Lebensbedingungen dieser Zeit.

Adele Stürzl ist am 23. November 1892 als Tochter der Maria und des Johann Sturz in Wien, Favoriten geboren. Ihre Eltern stammten aus dem südböhmischen Bezirk Znaim. Nach einer harten Kindheit und Jugendjahren als Dienstmagd wagt sie den Ausbruch ins Ungewisse und fährt nach Wien zurück, um sich dort Arbeit zu suchen.

125 Jahre Arbeitsinspektion in Österreich

Geschichte Von Christian Gaishofer

Im Jänner 1884 nahmen die ersten Arbeitsinspektoren, damals noch als Gewerbeinspectoren bezeichnet, ihre Tätigkeit auf. Alice Ritter wurde 1906 als erste Frau in der Gewerbeinspektion in Wien eingesetzt.

Der 1. Weltkrieg war durch eine Aufweichung der ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen gekennzeichnet. Die Gewerbeinspektoren konnten ihrer Kontrolltätigkeit aufgrund der Einberufungen von Beamten zum Kriegsdienst bzw. durch die Belastung von kriegsnotwendigen Tätigkeiten nicht mehr in ausreichendem Maß nachkommen.

Der Chef kam mit der Hundepeitsche

Geschichte Von Hubert Schmiedbauer

Dokumente zur Kraft und Moral der österreichischen Arbeiterbewegung

…in einer Situation, in der ständig wiederholte Botschaften wie „Effizienz“, „Leistungsgesellschaft“, „Marktwirtschaftlichkeit“, „Deregulierung“, „unternehmerisches Denken“, „Flexibilität“ usw. das Urteilsvermögen der Lohnabhängigen zermürben und kapitalismuskritisches Denken in Acht und Bann versetzen sollen… Hans Hautmann *)

GLB trauert um Berta Brichacek

Geschichte Am 3. April 2009 ist Berta Brichacek im 95. Lebensjahr verstorben. 1914 in einer Wiener Arbeiterfamilie geboren, konnte sie nur die Volksschule absolvieren und erlernte den Beruf einer Buchbinderin. Schon in früher Jugend engagierte sie sich in der Sozialistischen Arbeiterjugend und wurde 1933 Mitglied der schon illegalen KPÖ. 1938 musste sie mit ihrem Kampf- und Lebensgefährten Otto Brichacek über Prag nach London emigrieren, wo sie unter dem Decknamen Emmy Walter die Freie Österreichische Jugend (FÖJ) in Großbritannien aufbaute und für die Befreiung Österreichs vom Hitlerfaschismus kämpfte.

GLB trauert um Anton Hofer (1927-2009)

Geschichte Am 14. Februar 2009 starb im 82. Lebensjahr nach langer schwerer Krankheit der langjährige frühere Bundesvorsitzende der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB).

Anton Hofer wurde am 1. Juni 1927 als Sohn einer Arbeiterfamilie in Lichtenwörth (NÖ) geboren. Bereits als 17jähriger wurde er zum Reichsarbeitsdienst und anschließend zur deutschen Wehrmacht eingezogen, kam in sowjetische Kriegsgefangenschaft und konnte, da noch nicht 18jährig, schon 1945 zurückkehren. Kurz darauf begann er eine Berufslaufbahn als technischer Zeichner bei der damaligen SMV (der heutigen OMV) und wurde bald mit dem Aufbau der Betriebsfeuerwehr und des Werkschutzes beauftragt.

Vom selben Schlag

Geschichte Migration und Integration im niederösterreichischen Industrieviertel
Von Thomas Schmidinger (Hg.)
ISBN: 978-3-902282-17-0
Preis: 19.90 Euro

Das Industrieviertel bildet den ersten industrialisierten ländlichen Raum Österreichs. Seine Migrationsgeschichte ist eng mit Industrialisierung und Deindustrialisierung verbunden. Umgekehrt war die Industrialisierung der Region selbst von Anfang an mit Migration aus anderen Teilen der österreichisch-ungarischen Monarchie (etwa Böhmen und Mähren) verbunden. Viele Bewohner des Industrieviertels sind heute die Nachkommen dieser MigrantInnen des 19. Jahrhunderts. Heute leben im Industrieviertel wesentlich mehr MigrantInnen und Flüchtlinge als in irgendeiner Region Niederösterreichs. Zugleich spielt das Industrieviertel eine wichtige Rolle in der Entwicklung moderner kritischer Sozialwissenschaften in Österreich.

Die kämpferischen Seiten des ÖGB

Geschichte Von Hubert Schmiedbauer

Die Gewerkschaften können heuer ein besonderes „8er-Jubiläum“ feiern: Im Mai 1948 wurde der erste ÖGB-Kongress abgehalten. Die Gründung des einheitlichen Gewerkschaftsbundes hatte im April 1945 mit Versammlungen im befreiten Wien begonnen – die Hitler-Wehrmacht hatte noch nicht kapituliert und ließ in den letzten Kriegswochen weitere zehntausende Österreicher und Deutsche den „Heldentod“ sterben – und das sowjetische Militärkommando bewilligte sofort die Gründungsurkunde mit den drei Unterschriften der führenden Gewerkschafter von SPÖ (Johann Böhm), ÖVP (Lois Weinberger) und KPÖ (Gottlieb Fiala). Drei Jahre später war es dann soweit, dass ein ordentlicher Kongress einberufen werden konnte.