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Willkommen bei GLB - Gewerkschaftlicher Linksblock in ÖGB und AK Samstag, 29. Januar 2022 @ 04:43

Wie der Schein trügt…

  • Dienstag, 11. November 2008 @ 10:48
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PRO-GE Am 6. November 2008 wurden die KV-Verhandlungen der Metallindustrie abgeschlossen. Mit einer Erhöhung der KV- wie der Ist-Löhne in den unteren Beschäftigungsgruppen (BG) A bis C um 3,9 Prozent, ab der BG D um 3,8 Prozent ist der Abschluss alles andere als berauschend. Von einem Nachholen des Kaufkraftverlustes der letzten Jahre durch zu geringe Abschlüsse kann dabei keine Rede sein. Dazu gibt es (auch für Lehrlinge) eine (für künftige Lohnerhöhungen ebenso wenig wie für die Pensionsanrechnung wirksame) erfolgsabhängige Einmalzahlung von 250 Euro, bei einer EBIT-Marge gemessen an der Betriebsleistung von weniger als 8 Prozent 200 Euro, bei weniger als 4 Prozent 100 Euro und bei einem EBIT von 0 oder wenn er negativ ist, entfällt die mit der März-Abrechnung vorgesehene Einmalzahlung überhaupt.

Die Lehrlingsentschädigungen werden ebenso wie die KV-Zulagen und Aufwandsentschädigungen um 3,8 Prozent erhöht. Vereinbart wurde weiters eine Woche Bildungsfreistellung für die Ablegung der Berufsmatura, HAK- oder HTL-Matura. Und bei Eltern-Karenzen, die ab November 2008 enden, werden auch für die Abfertigung "alt" bis zu 22 Monate angerechnet (bisher zehn Monate).

Wie man Fakten manipuliert zelebrierten die Medien im Zusammenhang mit dem KV-Abschluss für die Metallindustrie. Vor dem Abschluss wurde in den Medien ein APA-Diagramm verbreitet, aus dem deutlich sowohl die Inflationsrate als auch der jeweilige KV-Abschluss, aber auch das Wirtschaftswachstum seit 2000 ersichtlich ist. Daraus konnte jeder unschwer ablesen, wieweit die Abschlüsse hinter der Produktivität zurückgeblieben waren.

Nach dem Abschluss war es freilich ganz anders. Zwar wurde in einem Zustand kurzfristiger Schwäche noch das vorher verwendete Diagramm mit Fortschreibung für den KV-Abschluss 2008 verwendet, dann aber umgehend gegen eine adaptierte Fassung ausgetauscht, aus welcher nur mehr Inflation und KV-Abschluss ersichtlich sind. Durch die Ausblendung der Produktivität entsteht dabei zwangsläufig der Eindruck, dass die Verhandler der Gewerkschaft eigentlich ganz gut abgeschlossen haben, weil ja die Inflation ohnehin abgedeckt ist. Ein Hinweis auf einen ordentlichen Anteil am Produktivitätszuwachs für die ArbeiterInnen und Angestellten, die letztlich diese Werte schaffen, ist nicht mehr zu sehen und das ist ja wohl auch der Zweck der Sache…