OÖ. Ordensspitäler: Die Zeichen stehen auf Streik
Am 22. Januar legt das nichtärztliche Personal der oberösterreichischen Ordensspitäler die Arbeit nieder. Hintergrund des Streiks sind die belastenden Arbeitsbedingungen und die unzureichende Bezahlung. In den laufenden KV-Verhandlungen fordern sie deshalb neben einer Inflationsanpassung endlich die Einführung einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.
Trotz über 6.000 Unterschriften von Beschäftigten, vier Verhandlungsrunden und einem verstrichenen Ultimatum von 40 Tagen haben weder das Bundesland Oberösterreich noch die verantwortlichen Orden bisher ihre Haltung überdacht. Immer wieder wird argumentiert, dass die geforderten Lohn- und Gehaltsanpassungen finanziell nicht umsetzbar seien und eine Reduktion der Arbeitszeit ohne zusätzliches Personal unmöglich wäre. Dabei bleibt unerwähnt, dass eine Umstellung auf eine 35-Stunden-Woche intern durch eine gezielte Umverteilung zwischen Teilzeit- und Vollzeitkräften erleichtert werden könnte.
Der Streik ist nun Realität, beschlossen von 93 Prozent der Beschäftigten der Ordensspitäler in Oberösterreich. Am 22. Januar wird das nichtärztliche Personal für einen ganztägigen Warnstreik die Arbeit niederlegen. Die Situation erinnert an die Ereignisse in der Berliner Charité im August 2021. Auch dort traten Pflegekräfte und andere Mitarbeitende in den landeseigenen Kliniken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne in den Streik.
Der Kampf in Berlin dauerte damals rund zwei Monate. Schließlich lenkte die Leitung der Charité ein und verpflichtete sich zu einem neuen Tarifvertrag, der 700 bis 750 zusätzliche Stellen innerhalb von drei Jahren sowie eine Gehaltserhöhung vorsah.
Doch nicht nur in Deutschland und Österreich erhebt das Pflegepersonal seine Stimme. Laut der britischen Tageszeitung Morning Star befinden sich aktuell auch in den Vereinigten Staaten tausende von Pflegekräften im Streik. Betroffen sind private, gemeinnützige Krankenhäuser, jedoch keine Einrichtungen, die von den Behörden des Staates New York betrieben werden. Die Gewerkschaft kritisiert eine extreme Arbeitsüberlastung, während das Pflegepersonal zudem bessere Sicherheitsstandards einfordert.
Den Kolleginnen und Kollegen der Charité gebührt Glückwunsch und Dank für ihre Vorreiterfunktion und ihrem Erfolg. Den streikenden Pflegekräften in Oberösterreich und New York ist unsere volle Solidarität sicher.
