Sozialwirtschaft: GLB fordert Urabstimmung über den vereinbarten KV-Abschluss
Der GLB-Vertreter Michael Gehmacher im SWÖ-Verhandlungsteam äußert sich zum Abschluss im SWÖ-Bereich: „Es gab minimale Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen. Den Zwei-Jahres-Abschluss lehnen wir entschieden ab. Eine Gehaltserhöhung von 2,6 Prozent ab dem 1. April führt zu einem Reallohnverlust. Zusätzlich wird die Erhöhung für 2027 auf maximal 2,5 Prozent begrenzt – bei einer höheren Inflationsrate sind weitere Reallohnverluste vorprogrammiert.“
Die Beschäftigten im Sozialbereich verdienen eine angemessene Gehaltserhöhung. Die Einkommen vieler Beschäftigter im SWÖ-Bereich liegen trotz ihrer wichtigen Arbeit weiterhin deutlich unter dem Durchschnittsverdienst im Land. Besonders Frauen, die häufig in Teilzeit tätig sind, kommen angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Hinzu kommen Probleme wie Arbeitsverdichtung, Personalmangel und chronische Überlastung.
Mit dem aktuellen Abschluss wird es schwer sein, neue Fachkräfte für diese Berufe zu gewinnen und das vorhandene Personal langfristig zu halten. Eine weitere Arbeitszeitverkürzung wäre dringend erforderlich. Trotz dieser Situation waren viele Beschäftigte bereit, weiter für einen besseren Abschluss zu kämpfen und dafür auch auf die Straße zu gehen. Wir verstehen die Unzufriedenheit angesichts solcher Verhandlungsergebnisse. Harte Kritik ist angebracht, ebenso wie das Einfordern von Urabstimmungen. Dass eine solche Abstimmung möglich ist, zeigt die Gewerkschaft vida aktuell bei den Handelsarbeiter:innen“, so Linksgewerkschafter Gehmacher.
Insgesamt haben neben dem GLB-Vertreter 15 weitere Mitglieder des Verhandlungsteams gegen den Abschluss gestimmt. Michael Gehmacher warnt allerdings auch, dass jetzt ist nicht der Moment ist, die Gewerkschaft zu verlassen: „Stattdessen sollten kämpferische Initiativen gestärkt werden, die dazu beitragen können, die Gewerkschaften positiv zu verändern. Gemeinsam können wir kämpfen, gemeinsam schaffen wir Veränderung!“
