Höhere Löhne und Arbeitszeitverkürzung!

In zwei großen Branchen gibt es heuer keine Herbstlohnrunde – die Beschäftigten der Metallindustrie müssen dank eines „Krisenabschlusses“ mit zweijähriger Laufzeit wieder einen Kaufkraftverlust hinnehmen. Die Löhne und Gehälter steigen zum 1. November um 1,9 Prozent, während die Inflation im entsprechenden Zeitraum laut Berechnung des Wifo 3,5 Prozent ausmacht.

Auch im Sozialbereich droht beim SWÖ-Kollektivvertrag dank eines Zweijahresabschlusses ein weiterer Reallohnverlust. Sollte die Inflation mit Jahresbeginn über 2,3 Prozent ausmachen, wird die Differenz nur zur Hälfte abgegolten.

In beiden Branchen hat sich der GLB gegen die KV-Abschlüsse ausgesprochen. Kaum zu glauben – nach wie vor gibt es noch einige Kollektivverträge, bei denen die Mindestlöhne unter 1.700 Euro brutto liegen.

Auftakt der Herbstlohnrunde im Handel

Ende Oktober starten die Kollektivvertragsverhandlungen für die 420.000 Handelsangestellten und auch für die Arbeiter:innen im Handel. Auch dort lagen zuletzt die Abschlüsse unter der rollierenden Inflation. Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, dazu treffend: „Diese Krisenabschlüsse haben die Lebensmittel nicht billiger, aber die Beschäftigten ärmer gemacht.“

In etlichen weiteren Branchen wird ebenfalls im Herbst verhandelt – z. B. bei Bus und Bahn, in der Reinigung und bei privaten Sicherheitsdiensten. Die Zeit sogenannter „Krisenabschlüsse“ muss endlich vorbei sein, das hat inzwischen auch die Gewerkschaft vida erkannt! Es braucht keine
Mehr-Jahresabschlüsse, dafür Reallohnerhöhungen jetzt. Und es ist Zeit für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich.

Es ist auch Zeit, jene Gewerkschaftsmitglieder, die von KV-Abschlüssen betroffen sind, über deren Ergebnis abstimmen zu lassen. Bei den Beschäftigten der Ordensspitäler in Oberösterreich war dies heuer der Fall und zeigt, dass dies möglich ist.

Oliver Jonischkeit

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