Nichts dazu gelernt
Im Jahr 2027 sinken die Strompreise in der Grundversorgung im Median leicht um rund vier Prozent. Dies ist im Wesentlichen auf die günstigeren Energiepreise zurückzuführen. Der aktuell deutliche Preisanstieg am Großhandelsmarkt in Folge des Iran-Krieges macht sich bei den strukturierten Beschaffungen für das Tarifjahr 2027 kaum bemerkbar.
Leider bezieht sich diese Meldung auf die Schweizer Haushaltskunden. Während unsere Nachbarn regulierte Strompreise haben, die sich an den Kosten orientieren, haben wir in Österreich einen liberalisierten Strommarkt.
Die Strompreise orientieren sich bei uns nicht an den durchschnittlichen Produktionskosten, sondern am teuersten Kraftwerk. Dies führt bei jeder Krisensituation dazu, dass der Gaspreis den Strompreis in die Höhe treibt.
Was die Aktionär:innen freut, belastet die Haushalte und heizt die Inflation an. Aktuell schlittern wir wieder in eine derartige Situation. Warum das so ist, ist klar. Die herrschende Politik hat aus den vorangegangenen Krisen absolut nichts gelernt. Statt ein systemisches Problem zu lösen, wurde nach dem Prinzip „weiter wie bisher“ verfahren. Lediglich für die öffentliche Hand teure Einmalmaßnahmen wurden gesetzt.
In Folge des Iran-Kriegs geht auch der Gaspreis wieder steil nach oben. Während in der Schweiz die regulierten Strompreise sinken, steigen sie bei uns wieder deutlich an. Auch diesmal werden wieder Maßnahmen verkündet.
Statt den Strompreis dauerhaft zu regulieren, wird bis zum Jahreswechsel zugewartet bis das entsprechende Gesetz in Kraft treten soll. Der Krisenfall soll ausgerufen werden, wenn Börsenpreis und Haushaltspreis drei Monate über einer bestimmten Schwelle liegen. Das könnte im März 2027 der Fall sein. Statt zu verhindern, dass es überhaupt ein Problem geben kann, muss dieses erst groß genug sein, damit überhaupt eingeschritten wird. Wen wundern da die schlechten Umfragewerte.
