Teilzeit ist kein Lifestyle
Neue Daten zeigen, dass 51 Prozent der Frauen in Österreich in Teilzeit arbeiten und zusätzlich unbezahlte Care-Arbeit leisten. Oft geschieht dies aus Zwang, manchmal aus bewusster Entscheidung. Die derzeitige politische Debatte ist respektlos, da sie den Beschäftigten die Schuld zuschiebt, anstatt nach Lösungen zu suchen.
Laut Statistik Austria weist Österreich bei Frauen eine Teilzeitquote mit über 51 Prozent und bei Männern mit fast 15 Prozent auf. Damit liegt das Land EU-weit an zweiter Stelle. Mehr als 1,4 Millionen Menschen arbeiten in Teilzeit, insbesondere in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Kindergärten und im Handel. Nach Angaben von WIFO und AK arbeiten 79,5 Prozent der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren in Teilzeit, während dies nur auf knapp acht Prozent der Väter zutrifft. Der Hauptgrund ist die ungleich verteilte Betreuungspflicht.
Rund 170.000 Teilzeitkräfte möchten mehr arbeiten. Österreich schneidet EU-weit schlecht bei den Kinderbetreuungsangeboten ab – ein wesentlicher Grund, warum viele Frauen nicht Vollzeit arbeiten.
Für viele Frauen ist Teilzeitarbeit keine echte Wahlmöglichkeit, sondern das Ergebnis mangelnder Gleichstellung und schwacher Rahmenbedingungen. Dies führt aufgrund fehlender Beitragszahlungen zu Altersarmut. Erforderlich sind eine Arbeitszeitverkürzung, bessere Bedingungen für gleichberechtigte Elternzeit, der Ausbau der Kinderbetreuung sowie ein Anrecht auf Arbeitszeiterhöhung für Teilzeitkräfte. Außerdem müssen Mehrstunden wie Überstunden vergütet werden.
