Budgetsanierung auf Kosten von Frauen
Die Bundesregierung betont häufig, dass alle ihren Beitrag zur Budgetsanierung leisten müssen. Allerdings trifft es jene umso härter, die ohnehin schon zu kämpfen haben und in vielerlei Hinsicht vor allem Frauen.
Stefanie Breinlinger, Mitglied des ÖGB-Bundesfrauenvorstands und im Ausschuss der IG Social
So müssen Teilzeitbeschäftigte und Menschen mit niedrigem Einkommen höhere Beiträge für die Arbeitslosenversicherung leisten – gerade Frauen arbeiten in Teilzeit und in Niedriglohnbranchen. Die Bundesregierung strich auch den geringfügigen Zuverdienst beim Arbeitslosengeld, was es vielen Frauen in prekärer Beschäftigung und insbesondere im Kulturbereich schwer macht.
Frauen sind – wie so oft in Krisenzeiten – derzeit überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen. Mittlerweile kommt es vor allem im Sozial- und Gesundheitsbereich vermehrt zu Leistungseinschränkungen, Arbeitsintensivierung und Arbeitsplatzverlusten. So war der Anstieg der Arbeitslosigkeit im April 2026 laut AMS de facto ausschließlich weiblich. Als eine der dafür entscheidenden Branchen nennt das AMS neben dem Handel eben das Gesundheits- und Sozialwesen. (ORF.at, 04.05.2026)
Überdies hat die Bundesregierung den Unternehmen nun das unnötige Geschenk der Senkung der Lohnnebenkosten gemacht. Die Folge ist etwa eine Kürzung der Familienleistungen. So wird die Familienbeihilfe bis 2028 nicht valorisiert, die einen für viele unentbehrlichen Beitrag für die Versorgung der Kinder darstellt.
Auch vor den Pensionist:innen macht der Sparkurs nicht Halt: Eine weitere Pensionsanpassung unter der Inflation würde die Situation nur weiter verschärfen, denn die Kaufkraft vieler Pensionist:innen ist bereits jetzt massiv unter Druck. Besonders Frauen trifft es hart: Knapp jede fünfte Frau im Pensionsalter lebt mit Armutsrisiko, bei alleinlebenden Frauen über 65 Jahren liegt der Anteil sogar bei einem alarmierenden Drittel!
Jene, die am meisten besitzen und in en vergangenen Jahren noch mehr Reichtum gescheffelt haben, werden hingegen nicht zur Kasse gebeten.
