Fundgrube

„Lohnzurückhaltung zu betreiben ist ein wichtiger Punkt. Damit kann verhindert werden, dass sich eine Lohn-Preis-Spirale in Gang setzt“ predigt IHS-Chef Holger Bonin das ewige Credo der Unternehmerseite (Presse, 29.3.2023). Als Ökonom sollte er eigentlich wissen, dass höhere Lohnforderungen nur die Reaktion auf gestiegene Preise und Profite sind.

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Die großartige Politik des unkontrollierten „freien Marktes“ führt zum Mangel an Medikamenten: „Sandoz beliefert im Zuge von langfristigen Verträgen den Weltmarkt, eine Bevorzugung Österreichs ist nicht vorgesehen“ (Presse, 27.3.2023).

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Putin-Versteher jetzt auch im selbsternannten Zentralorgan der „liberalen Demokratie“? „Die Reise muss zunächst in Richtung Waffenstillstand gehen – und dann in Richtung Frieden“ schreibt Jo Angerer (Standard, 27.3.2023). Denn „Jahrelange Kämpfe dort wird der Westen nicht finanzieren können“.

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Über „Mieter in Gemeindebauten, die schon längst zu viel verdienen“ lässt sich Madlen Stöttmeyer aus (Presse, 23.3.2023) und jubelt, dass die Regierung „einen harten Markteingriff verhindert“ hat. Die neoliberale Kampfschreiberin glaubt auch allen Ernstes, eine „Ausweitung des Wohnungsangebotes kann die Preise nachhaltig dämpfen“. Dass betuchte Anlieger Wohnungen aus Spekulationsgründen leerstehen lassen dürfte ihr unbekannt sein.

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Geschäfte mit „Diktatoren- oder Mafiageldern, Korruptionsaffären, Geldwäscherei, Beihilfe zur Steuerhinterziehung, Sanktionsbrüche“ sind der Hintergrund der Pleite der Credit Suisse, die jetzt von der führenden Schweizer Bank UBS aufgesogen wird (Standard, 23.3.2023). Die UBS hat damit eine Bilanzsumme, die zweimal größer ist als das Schweizer Bruttoinlandsprodukt und mit dieser „Monsterbank“ steigen den seriösen Ökonomen die Grausbirnen auf.

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