Gebrochener Generationenvertrag – Die kaputt gesparte Jugend
Die Budgetkürzungen sind kein neutraler Akt des „Sparens“, sondern ein gezielter Angriff auf die Lebensbedingungen junger Menschen. Während Milliarden für Konzerne und Aufrüstung bereitstehen, wird bei Bildung, Arbeit und sozialer Absicherung gekürzt – also genau dort, wo die Zukunft einer Generation entschieden wird.
Dominic Gemeinhardt, KSV-KJÖ in Oberösterreich
Im Bildungssystem bedeuten Kürzungen überfüllte Hörsäle, weniger Unterstützung und steigenden Leistungsdruck. Für junge Menschen aus Arbeiter:innenfamilien wird der Zugang zu höherer Bildung weiter erschwert. Wer es sich leisten kann, fängt Defizite privat ab – wer nicht, bleibt zurück. So wird Klassenspaltung aktiv vertieft.
Am Arbeitsmarkt zeigt sich die gleiche Logik. Weniger Mittel für die Arbeitsmarktpolitik bedeuten mehr Unsicherheit, mehr prekäre Jobs und weniger Perspektiven. Junge Menschen sollen flexibel, mobil und billig sein – ein Reservoir an jederzeit verfügbarer Arbeitskraft. Die viel beschworene „Generation Praktikum“ ist kein Zufall, sondern politisch produziert.
Auch die Wohnfrage spitzt sich weiter zu. Kürzungen im sozialen Wohnbau treiben Mieten nach oben und zwingen junge Menschen in Abhängigkeit – von den Eltern oder von einem Markt, der ihre Bedürfnisse ignoriert. Ein selbstständiges Leben wird zum Privileg.
Besonders zynisch sind Einsparungen bei psychosozialen Angeboten und Jugendeinrichtungen. Gerade in einer Zeit wachsender Belastungen wird Unterstützung abgebaut. Die Botschaft ist klar: Für die Bedürfnisse junger Menschen ist kein Geld da.
Diese Budgetpolitik ist Klassenpolitik von oben. Sie sichert Profite und verschiebt die Kosten auf jene, die am Anfang ihres Lebens stehen. Wer von „Generationengerechtigkeit“ spricht und gleichzeitig kürzt, betreibt bewusste Täuschung. Notwendig wäre das Gegenteil: massive öffentliche Investitionen, finanziert durch Unternehmen und Reiche, die von den Krisen profitieren – nicht durch jene, die ihre Folgen tragen müssen.
