Getrübte Vorfreude auf Weihnachten

192. Vollversammlung der AK-Tirol am 30. Oktober 2026

Bei der Vollversammlung der AK Tirol betonte Präsident Erwin Zangerl, dass sich alle, die Tag für Tag arbeiten und zum Wohlstand unseres Landes beitragen, auch ein gutes Leben leisten können. Die Realität sieht für viele jedoch anders aus.

AK-Rätin Evi Kofler von der Gewerkschaftlichen Linken zeigt auf den bevorstehenden Winter, die Heizsaison und Weihnachten: “Für viele Menschen ist diese Zeit längst nicht mehr mit Vorfreude verbunden, sondern mit zusätzlichen finanziellen Sorgen. Während bei den einen am Ende des Einkommens noch viel Monat übrig bleibt, profitieren andere von den Krisen und steigern ihre Gewinne.”

Punktuelle Maßnahmen reichen nicht aus, denn die Probleme greifen ineinander: Hohe Wohnkosten beeinflussen, welche Arbeitsplätze Menschen überhaupt annehmen können. Schlechte Arbeitsbedingungen belasten die Gesundheit. Niedrige Einkommen erschweren die gesellschaftliche Teilhabe. Eine unzureichende soziale Absicherung schafft Abhängigkeiten und macht Menschen verletzlich.

Besonders deutlich werden diese Zusammenhänge rund um den Equal Pay Day und die bevorstehenden 16 Tage gegen Gewalt an Frauen. Wer finanziell abhängig ist, hat es schwerer, sich aus einer gewaltvollen Beziehung zu lösen. Lohntransparenz, faire Einkommen, eine gerechtere Verteilung unbezahlter Betreuungs- und Pflegearbeit sowie leistbares Wohnen gehören deshalb untrennbar zum Kampf gegen Gewalt an Frauen.

Es braucht existenzsichernde Arbeitsplätze, die sich mit der Verantwortung für Kinder oder Angehörige vereinbaren lassen, soziale Absicherung, die echte Unabhängigkeit. Vor allem braucht es ein Zuhause, das leistbar ist. Frauen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, ist aber nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zur Gewaltprävention.

Wenn der Druck steigt, nicht gegeneinander, sondern miteinander – nicht vereinzelt, sondern organisiert. 

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