Zahlen lügen nicht!
Überfällige Vermögensbesteuerung kann den sozialen Notstand ohnehin nur entschärfen
In Österreich steigen die Vermögen unaufhörlich. 2,1 Prozent der Bevölkerung zählt zu den Dollarmillionär:innen, während ein Viertel Promille sogar den Status von Dollarmilliardär:innen erreicht hat. Auf der anderen Seite, abseits dieser wohlhabenden Gruppe, leben fast ein Fünftel der Menschen in Armut oder sind von sozialer Ausgrenzung bedroht. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der sogenannten „Working Poor“ – also jener Personen, die trotz Arbeit arm bleiben – nahezu doppelt so hoch ist wie die der Millionär:innen.
Laut einer Analyse des Beratungsunternehmens Capgemini gibt es in Österreich im Jahr 2025 rund 196.000 Dollar-Millionär:innen – das entspricht einer Zunahme von rund 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter ihnen zählen 51 Personen, etwa ein Viertel aller, zu den Ultra-Reichen mit einem Vermögen von über einer Milliarde Dollar.
Doch eine andere Perspektive zeichnet ein weniger rosiges Bild:
Der Statistik Austria zufolge hat Österreich insgesamt über 9,2 Millionen Einwohner:innen. Die genannten 196.000 Dollar-Millionär:innen machen damit nur etwa 2,1 Prozent der Bevölkerung aus. Anders gesagt, die restlichen 9,02 Millionen Menschen, also satte 97,9 Prozent der Bevölkerung, sind keine Dollar-Millionär:innen.
Besonders bemerkenswert ist der soziale Kontrast: Den 196.000 Dollar-Millionär:innen stehen in Österreich aktuell 1,69 Millionen Menschen gegenüber, die als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet gelten. Das entspricht 18,8 Prozent der Gesamtbevölkerung – und damit dem 8,6-fachen der Anzahl der Millionär:innen.
Noch alarmierender: Laut den am Mittwoch veröffentlichten SILC-Statistiken („Einkommen und Lebensbedingungen“) waren etwa 361.000 Personen – rund neun Prozent der Erwerbstätigen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren – im vergangenen Jahr sogenannte „Working Poor“. Viele von ihnen, vor allem Frauen, lebten trotz voller Erwerbstätigkeit am Existenzminimum.
Das Gesamtvermögen der Reichen in Österreich stieg von 2024 auf 2025 um beachtliche 22,3 Prozent – von 461 Milliarden US-Dollar auf 564 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Die Kollektivvertrags-Abschlüsse im letzten Jahr waren meist deutlich unterhalb der inflationsbedingten Teuerung von 3,6 Prozent angesiedelt. Um den Vermögenszuwachs der Reichen von 22,3 Prozent zu erzielen, müsste man die kumulierten Lohn- und Gehaltssteigerungen der letzten fünf Jahre zusammenrechnen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach Gerechtigkeit im sogenannten „reichen Österreich“. Wer angesichts dieser Zahlen weiterhin behauptet, dass das Vermögen fair verteilt sei, leugnet die Realität. Eine gezielte und entschlossene Besteuerung großer Vermögen ist längst überfällig – nicht als Option, sondern als notwendige Maßnahme, um zumindest den sozialen Notstand zu entschärfen.
Hier findest du das Unterstützungsformular für die GLB-Initiative VERMÖGENSSTEUER JETZT!
