Solidarität mit den Protesten an den österreichischen Universitäten
Der freie Hochschulzugang ist eine wichtige Errungenschaft der Arbeiterbewegung, der es auch Kindern aus Familien, die finanziell nicht so gut gestellt sind, ermöglicht, ein Studium zu absolvieren. Dieses demokratische Grundrecht wurde bereits in den letzten Jahren zusehends durchlöchert und soll mit den beschlossenen Sparmaßnahmen weiter eingeschränkt werden.
Zusammen mit den Studierenden fordern wir gute Studienbedingungen, einen sozial offenen Hochschulzugang sowie gute und sichere Arbeitsbedingungen für wissenschaftliches und allgemeines Universitätspersonal. Dazu gehört eine ausreichende öffentliche Finanzierung der Hochschulen zumindest in der Höhe von 2,5 % des BIP. Die Bedürfnisse der Menschen, die an unseren Hochschulen studieren, lehren, forschen und arbeiten, müssen im Mittelpunkt stehen – nicht die Frage, welche weiteren Verschlechterungen ihnen zugemutet werden können.
Gleichzeitig fordern wir den ÖGB und seine Teilorganisationen auf, ebenfalls die Studierendenproteste aktiv zu unterstützen. Das bedeutet aus unserer Sicht neben der Teilnahme gewerkschaftlicher Funktionsträger an Protestveranstaltungen Stellungnahmen in der Öffentlichkeit, in den Arbeiterkammern und in den gewerkschaftlichen Publikationen gegen die geplanten Kürzungsmaßnahmen, aber auch die Mobilisierung der Beschäftigten in den Betrieben, Schulen, Kindergärten etc. über deren Betriebsräte bzw. Personalvertreter:innen.
Die Gewerkschaften stehen hier aus zwei Gesichtspunkten in der Verantwortung:
- einmal als Vertretung der Beschäftigten an den Universitäten, die um ihre Jobs und Arbeitsbedingungen fürchten müssen. Wir werden die Beschäftigten so weit möglich darin unterstützen, mit Unterschriftenlisten, Versammlungen etc. Druck auf ihre Gewerkschaft auszuüben, sich an den Protesten zu beteiligen;
- einmal als Vertretung der Arbeiter*innen-Klasse als solches, um deren Errungenschaft des freien Hochschulzuganges zu verteidigen
Resolution der Bundeskonferenz des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB) am 17.10.2026
* European Credit Transfer and Accumulation System – ein EU-Standard, der den Studienaufwand in den einzelnen Mitgliedsländern untereinander vergleichbar machen soll. Dabei wird die Anzahl der Stunden, die fürs Studium aufgewendet werden, in Punkten, den ECTS, ausgedrückt.
