Österreichische Version der Besten aller Welten
Eine weitere Hiobsbotschaft für Arbeiter:innen und Studierende an den Universitäten: Dass mit Kürzungen sozialer Auffangnetze herum geschlagen wird, ist schon längst zur gewohnten Alltäglichkeit verkommen, doch was man Mitte Mai den Universitäten angedroht hat, gleicht einem Kahlschlag.
Tristan Schmidt, stv. Vorsitzender des KSV und Mandatar in der ÖH-Bundesvertretung
Nominell soll das Budget der Unis um eine Milliarde Euro gekürzt werden. Davon betroffen sind die Arbeiter:innen an den Universitäten, allen voran der sogenannte Mittelbau (wissenschaftliche Mitarbeiter:innen ohne Lehrstuhl), aber auch wesentlich die Studierenden. Den einen streicht man die oftmals ohnehin schon äußerst prekären Stellen, den anderen verwehrt man die Hochschulbildung, indem man Studiengänge streicht, Aufnahmetests einführt oder Studienbeiträge erhebt.
Dagegen rührt sich Widerstand. Sicherlich noch recht konservativer, den Status Quo, letztlich affimierender Widerstand. So lassen sich die Forderungen nach einer kostendeckenden Unifinanzierung, die im Zuge der Proteste unter dem Slogan #UnisRetten, laut geworden sind, beschreiben. Dennoch zeigen die tausenden Menschen auf der Straße das Potential, welches in der aufkommenden Bewegung steckt: Das Potential für den Mittelbau gemeinsam mit den Studierenden für freie Hochschulen zu kämpfen.
Und dann muss die Perspektive sein, die Forderungen zu radikalisieren, bei einem „weiter-so“ nicht stehenzubleiben, sondern über sich hinaustreiben. Wir sollten die Menschen auf ihrem Bewusstseinsstand abholen und mobilisieren. Nur so haben wir eine Chance der Austeritätspolitik in all ihren Facetten effektiv entgegenzutreten. Dafür braucht es zum einen eine massenwirksame kommunistische Studierendenvertretung, genauso wie gewerkschaftlich vernetzte und organisierte wissenschaftliche Arbeiter:innen.
